Schätze der Christ-König-Kirche

Kreuz Christ König

Christus - König und Erlöser

Er fällt dem Kirchbesucher sofort ins Auge: der große auferstandene Christus, Erlöser und König der Welt, umrahmt von zwölf betenden Engeln an der Chorwand. Der Körper ist von einem wallenden Gewand umhüllt, der Kopf von einem Heiligenschein umstrahlt.

Der Patron der Kirche schwebt vor dem Kreuz, das er mitsamt dem Tod überwunden hat, die Beine bis zu den Zehenspitzen lang ausgestreckt, als seien sie noch ans Holz geheftet. Die Arme ebenfalls vor dem Querbalken ausgebreitet, die Rechte segnend erhoben und mit der Linken eine Weltkugel mit Kreuz haltend. Dies ist ein altes christliches Symbol für die Herrschaft Jesu Christi über den Erdball, die Versöhnung von Schöpfer und Schöpfung, von Himmel und Erde. 

Der Düsseldorfer Maler Leo Assenmacher kratzte das Bild 1953 in Sgraffito-Technik (Schichtenkratzputz) an die Stirnwand der neu erbauten Christ König-Kirche. Drei Tage brauchte er für die Vorbereitungsarbeiten: Vier Schichten Farbe wurden aufgebracht, die künstlerische Arbeit, das Einritzen des Bildes in die noch feuchte Putzschicht, dauerte dann noch vier Tage. Stil und Technik sind typisch für die Entstehungszeit der Kirche in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Muttergottes1

Die Muttergottes 

Sie kam erst ein Jahr nach der Errichtung der Christ-König-Kirche an ihren Platz in eine Nische am rechten Rand des Chores: die  Muttergottesstatue des Oberammergauer Holzschnitzers Oskar Zwink (1877-1965), über die Kölner Kunsthandlung Lülsdorf bezogen und „aus Spenden der Pfarrkinder“ finanziert, wie es die Siegkreis-Rundschau am 30. Juli 1955 vermeldete. Einen Tag zuvor hatte der Apostolische Vikar und Titularbischof von Vasada in Norwegen, Johannes Wember, ein alter Freund des damaligen Pfarrers Heinrich Vobbe, die Marienstatue geweiht. 

Es ist eine liebliche Madonna mit dem Kind. In ein wallendes Gewand mit Schleier gehüllt, neigt sie ihren Kopf mit dem gewellten langen Haar leicht zur Seite, so dass sie den Betrachter nicht anblickt. Mit beiden Händen trägt sie den nackten pausbäckigen Jesusknaben mit Lockenkopf behütend in ihren Händen. Das Kind hält in der rechten Hand einen Apfel, Zeichen für den Sündenfall im Paradies, mehr aber noch für die Erlösung der Menschen von der Sünde durch den Kreuzestod Jesu. Soll heißen: Mit der Geburt Jesu rückt Gott die Menschheitsgeschichte wieder gerade. Er sendet seinen Sohn, der Gott und Mensch zugleich ist, um die Menschheit zu erlösen. Die linke Hand hat das Jesuskind zum Segnen erhoben.                                                                                        

Ambo

Der Ambo – eine Bilderbibel

Er ist ein Schmuckstück im Altarraum: der von dem Kölner Künstler Egino Weinert gestaltete Ambo. Nicht irgendein Stehpult, sondern der Ort, an dem das Wort Gottes verkündet und ausgelegt wird, ist er aus Bronze gegossen und mit einer bunten Emailplatte geschmückt. In Anlehnung an das 15. Kapitel des Johannes-Evangeliums, in dem Jesus sich als der wahre Weinstock bezeichnet, bildet ein Trauben-Rankenwerk das Gerüst. Darin sind Szenen dargestellt, in denen Gott im Gespräch mit den Menschen ist. Nur im ersten Bild umfangen sich Maria und Elisabeth im gemeinsamen Hinhören auf das Geheimnis, dass Gott Mensch wird (Lk 1,39-56).

Die anderen Bilder zeigen 

  • ·den zwölfjährigen Jesus im Tempel im Gespräch mit den weisesten Lehrern Israels (Lk 2,41-52)
  • Jesus im Gespräch mit Nikodemus (Joh 3,1-13)
  • Jesu Wort zu den Jüngern: „Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.“ (Lk 8,19-21)
  • den Zöllner Zachäus, den Jesus vom Baum herunterholt, um ihm seine Freundschaft anzubieten (Lk 19,1-10)
  • den heidnischen Hauptmann, der für seinen Knecht bittet und von Jesus erhört wird (Mt 8,5-13)
  • die Verklärung Jesu, bei der Gott aus der Wolke spricht: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ (Mk 9,2-10)

Direkt ins Auge fällt auf der Vorderseite die bunte Emailplatte mit der Darstellung der Begegnung zwischen Jesus und der der Samariterin am Brunnen. Er verspricht ihr „lebendiges Wasser“. So soll auch die frohe Botschaft, die vom Ambo aus verkündet wird, für uns lebensspendend sein.  

 

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Der Kreuzweg

Die 15 Kreuzwegstationen, die sich an den Seitenwänden und an der Rückwand der Kirche entlang ziehen und den Betrachter so zum Mitgehen einladen, schnitzte der Bildhauer Karl Strombach aus St. Augustin. Am 9. August 1959 wurden sie vom damaligen Pfarrer Heinrich Vobbe geweiht. Die Darstellungen bestehen zumeist aus drei Figuren mit kantigen Körperformen. Insbesondere die Köpfe mit den übergroßen Augen und der ausgeprägten Mimik sind expressionistisch und ziehen den Betrachter in die Dramatik des Geschehens hinein.

Jesus, in der ersten Station mit gebundenen Händen, dann ans Kreuz geschmiegt, später zu Boden gefallen und zum Himmel blickend, findet bei der Begegnung mit seiner verzweifelten Mutter, die flehend die Hände gefaltet hat, noch die Kraft, ihr tröstend die Hand auf den Arm zu legen (4. Station). Es scheint, dass der Künstler auch die Kinder ansprechen wollte, denn in der 5. Station sind sie dargestellt, wie sie mit Simon von Cyrene Jesus helfen, das Kreuz zu tragen. Auch ein Soldat (2. Station) hat einen mitleidvollen Blick wie der heutige Betrachter. Besonders ergreifend sind die Darstellung des Sterbenden, zu dem Maria und Johannes aufblicken, und Marias Schmerz, als ihr der Sohn auf den Schoß gelegt wird. Aber der Kreuzweg endet nicht mit der 14. Station und der Grablegung. Das 15. Bild zeigt den Auferstandenen mit segnend erhobenen Händen und Heiligenschein, während die Wächter, vom Glanz geblendet, ihre Gesichter hinter ihren Schilden verbergen.     

Orgel

Die Orgel

Sie gilt als „Königin der Instrumente“ und spielt im Gottesdienst eine wichtige Rolle: die Orgel. Zunächst gab es in der Christ-König-Kirche ein Instrument des Bonner Orgelbauers Klais mit zehn Registern. Doch diese erwies sich als zu klein und zeigte nach 30 Jahren Ermüdungserscheinungen. Nach langen Diskussionen beschloss der Kirchenvorstand 1985, eine neue Orgel anzuschaffen. Bei vier namhaften Firmen wurden Angebote eingeholt, dann entschied man sich, das neue Instrument mit 19 Registern und 1314 Pfeifen bei Detlef Kleuker in Bielefeld zum Festpreis von 290.000 Mark in Auftrag zu geben. 

Die Kleuker-Orgel wurde am 13. März 1988, dem Sonntag Laetare, geweiht. Der Abnahmebericht des damaligen Kölner Domorganisten Prof. Clemens Ganz fiel sehr gut aus: Er lobte die adäquaten Darstellungsmöglichkeiten unterschiedlicher Werke, betonte die „Frische, Helligkeit, Deutlichkeit und Ausgewogenheit der Register, die technische Fertigung und die Ausführung der Holzarbeiten". Auch optisch ist die Orgel ein wichtiges Gestaltungselement der Kirche: Die Pfeifen in dem modernen kantigen Gehäuse ergeben ein harmonisches Bild. Der Spieltisch mit zwei Manualen steht gleich davor, sodass der Organist gleichzeitig den Chor dirigieren kann.

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Die heilige Margareta

Sie empfängt die Kirchbesucher mit ihrem freundlichen Lächeln: die heilige Margareta. Die etwa ein Meter große dunkle Holzstatue gegenüber dem Eingang zeigt die bescheidene Frau, wie sie einen Drachen an der Kette hält. Das soll bedeuten, dass sie in ihrer Treue zum christlichen Glauben das Böse besiegt hat. Margareta von Antiochien, Märtyrerin an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert, gehörte im ausgehenden Mittelalter zu den beliebtesten Heiligen und wurde als „Margarete mit dem Wurm“ der Gruppe der Nothelfer zugerechnet. Ihr Gedenktag ist der 20. Juli. Sie ist Schutzfrau der Bauern, der Frauen und der Gebärenden. Als solche ist sie auch Pfarrpatronin von Stieldorf und Ortspatronin der Dörfer Roleber, Gielgen und Hoholz.

Die Statue war Ende der 1920er Jahre vom Stieldorfer Pfarrer Adolf Kleefisch für die geplante Kirche in Holzlar gekauft und dem Pützchener Pfarrer Heinrich Marten, dem Vorsitzenden des Kirchbauvereins, übergeben worden. Als sich die Kirchbaupläne für Jahrzehnte zerschlugen, wurde die Statue in Pützchen aufbewahrt, zuletzt in einem ehemaligen Hühnerstall. Als dann 1951 die Christ-König-Kirche geplant wurde, erinnerte Pfarrer Marten an die Statue, und der Holzlarer Hauptlehrer Meyer stellte sie in seiner Wohnung auf. Nach Fertigstellung der Kirche wurde sie am 21. Dezember 1956 feierlich in die Kirche getragen.       

Kirchenfenster Montage

Die Fenster – Gottes Universum in Glas 

Der international bekannte Aachener Glaskünstler Professor Ludwig Schaffrath (1924-2011) schuf 2007 die Entwürfe für die Fenster der Christ-König-Kirche: sechs im Langhaus, vier besonders farbenfrohe Rundfenster auf der Westseite unter der Orgelbühne und vier lange Fenster im Chorbereich. Den schlichten Kirchenbau durch die farbigen Fenster aufzuwerten, war ein großer Wunsch des damaligen Pastors Kurt Padberg. Da die künstlerische Gestaltung von Kirchenfenstern eine Aufgabe ist, die eine Pfarrgemeinde grundsätzlich selber finanzieren muss, hatten Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat zu Spenden aufgerufen: „Mit der künstlerischen Gestaltung unserer Kirchenfenster wollen wir unsere Wertschätzung des Glaubens und der Kirchengemeinschaft zum Ausdruck bringen. Die Fenster werden ein Zeichen sein, das über die jetzige Zeit hinausragt.“ Es fanden sich rasch genügend Sponsoren, so dass die Fenster 2008 eingebaut werden konnten. Sie künden nun mit bunten Formen und funkelnden Prismen vom Leben und von Gottes Herrlichkeit. Der Künstler erinnert so an unsere Verwurzelung im Erdreich und in vergangenen Generationen, an Begegnungen in Freude und Schmerz. Gleichzeitig stellt er dar, wie wir nach oben hin wachsen, in die Zukunft hinein und auf Gott zu. 

Das dominierende farblose Glas lässt viel Licht in den Kirchenraum fallen, bringt so aber auch die bunten Farben stärker zum Leuchten. Besonders schön ist es, wenn einfallende Sonnenstrahlen bunte Flecke im Kircheninneren malen.  

 

Krippe

Die Weihnachtskrippe

Schon 1954 wurden die ersten Figuren der „Alpenkrippe“ der Nebelhorn Holzschnitzerei aus Oberstdorf für die Christ-König-Kirche angeschafft und im Lauf der Jahre ergänzt.

„Gloria in Excelsis Deo“ – vom Altar aus und über den Zinnen des „Himmlischen Jerusalem“ schwebend vermeldet der grazile Engel die Weihnachtsbotschaft. Zu seinen Füßen liegt das Kind zwischen Ochs und Esel in der Futterkrippe, die Gottesmutter Maria kniet anbetend daneben. Josef hält eine Laterne hoch. Sie versinnbildlicht Christus als das Licht der Welt. Die Hirten sind dem Ruf des Engels gefolgt und betrachten staunend das Kind. Ein Hirte spielt auf dem Dudelsack. Eine Hirtin bringt einen Korb mit Brot und Früchten. An ihrer Seite traut sich ein scheues Reh hervor. Der Hirte mit dem Hütehund bringt ein Lämmchen als Geschenk, ein weiterer hält ehrfürchtig den Hut in der Hand. Bergschafe und spielende Lämmer beleben das Bild, und ab dem Dreikönigstag vollendet der Zug der Waisen aus dem Morgenland die Krippenszene. Die Bekleidungen entsprechen zum Teil dem alpenländischen Stil. Die Kulisse stammt von Paul Hubert Wilmers.